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Was ist Tai Chi? Tai Chi - ganz exakt Tai Chi Chuan genannt - ist in den letzten Jahrzehnten auch im Westen immer bekannter und beliebter geworden. Tai Chi oder "Schattenboxen" stammt aus China und ist dort der Gesundheitssport Nr. 1. Andere Schreibweisen sind "T'ai Chi Ch'uan, Taiji, Taijiquan, Tai Ji Quan". In einer langen Reihe von Ganzkörperbewegungen wird bei dieser traditionellen chinesischen Kampfkunst Entspannung und tiefe Bauchatmung kombiniert. Eine eher seltene Bezeichnung ist "Schattenboxen". Tai Chi Chuan beruht auf dem Taoismus und bedeutet "Höchstes Prinzip" einem Begriff der Philosophie des Ying und Yang. Tai Chi ist eine chinesische innere Kampfkunst (Wushu/ Kungfu). besonders verbreitet ist das Yang Stil Tai Chi/ Taijiquan. Heute sieht man Tai Chi eher als "Entspannung in Zeitlupe" und übt es wegen seiner gesundheitlichen Auswirkungen. Ziel des Tai-Chi-Treibens ist neben der Gesundheit, Meditation und Kampfkunst ein mit der Tai Chi Philosophie verbundenes Ziel: Das Erkennen des Tao, der höchsten Einheit, die hinter dem Wirken gegensätzlicher, sich ergänzender Prinzipien stehen. Dies ergibt sich auch aus dem Namen: Tai Chi Chuan heißt "Kampfkunst gemäß dem höchsten Prinzip" oder "Durch Ausüben der Kampfkunst das höchste Prinzip erfahren". Eine weltweit sehr verbreitete Taiji-Form ist der von Meister Yang Chengfu erstellte weltweite Standard. Dieser wird z. B. von Meister Yang Zhenduo vermittelt. Die Traditionelle Lange Form (Langform) - "Authentisches Tai Chi" (Yang-Stil) Der Begriff der Form Der Begriff der Form entspricht dem der japanischen "Kata". Damit ist der Gesamtablauf der Sequenz gemeint. Tai Chi hat immer eine physische, körperliche Komponente: Die "Form" ist ein traditionell festgelegter Ablauf von einzelnen Stellungen, die fließend ineinander übergehen. Dabei kommt es zu einer gesteigerten Selbstwahrnehmung (Propriozeption). Beim Üben sind die zugrundeliegenden Prinzipien wichtig. Sie sorgen für die Qualität des Trainings. Dazu gehören Forderungen wie: Entspannung, Balance, Körperhaltung, Schrittfolgen, Gewichtung, Drehungen, Spiralbewegungen, Öffnen und Schließen, Zentrierung, Strecken und Aufrichtung der Wirbelsäule. Der Geist soll gleichmütig, entspannt und gelassen sein. Bisweilen hört man bei Diskussionen über das Yang Tai Chi Chuan den Begriff "Authentisches Tai Chi". Geschichte In China existiert eine sehr lange Chronik von Bewegungssystemen, die mit Gesundheit, Philosophie, Kampfkunst, Meditation, Taoismus, Mystik und Spiritualität verbunden sind. All dies hat zu den Umständen beigetragen, unter denen Tai Chi entstanden ist. Stile, Schulen und Formen Fließende Bewegungen werden beim Tai Chi zu einer Folge, der sogenannten "Form" zusammengesetzt. Dabei kommen auch Wiederholungen vor. Es gibt zudem verschiedene Stilrichtungen bzw. Familientraditionen dieser fernöstlichen "Meditation in Bewegung". Es gibt - auch innerhalb ein und desselben Stils - verschiedene Formen (Abläufe) mit unterschiedlicher Länge, Komplexität und Charakteristik. Sehr bekannt und geschätzt ist die Traditionelle Langform des Yang-Stils Tai Chi: Traditioneller Yang-Stil von Meister Yang Zhenduo Der weltweit bekannteste Tai-Chi-Stil ist der Yang-Stil. Von diesem gibt es wiederum verschiedene Richtungen. Zu erwähnen ist hier die Form von Meister Yang Zhenduo, der weltweit Yang Chengfu Center einrichtet, um Standards zu verbreiten. Standards für den Yang-Stil hatte sein Vater Yang Chengfu bereits um 1930 festgelegt. Info Meister Yang Chengfu Yang Chengfu Gesundheit In vielen Ländern wird Tai Chi heute für Gesundheit und Fitness ausgeübt. In Krankenhäusern und Kliniken wird es mit zunehmendem Erfolg auch zur Rehabilitation eingesetzt. Tai Chi verbindet auf harmonische Weise Körper, Geist und Seele. Es reguliert die Atmung, stärkt Herz, Kreislauf und Nervensystem und führt rasch zu einer heiter-gelassenen Stimmung, mehr Wohlbefinden, Entspannung und Konzentration. Tai Chi (Taijiquan, Taiji-Quan) ist Yin-Yang-Philosophie, Entspannungsmethode, "innere Kampfkunst Schattenboxen", Harmonie, Gesundheitssport, Heilkunde und taoistische Meditation in Bewegung. Die gesundheitlichen Wirkungen sind wissenschaftlich in vielen Studien nachgewiesen - insbesondere für chronische und psychosomatische Krankheiten. Qi - die Lebenskraft Immer geht es dabei um den Zentralbegriff "Qi", die Vitalität oder Spannkraft - sei es bei Gesundheit, Meditation oder Kampfkunst. "Qi" heißt auch Atem. Diese innere Lebenskraft und ihre kontrollierte Stärkung ist das Hauptthema der Traditionellen Chinesischen Medizin. Das "Qi" betrifft Meridiane, Nervensystem und Blutkreislauf und ist auch Thema in der Akupunktur. ("Qi" wird auch "Chi" geschrieben, doch ist es ein anderes "Chi" als im Begriff "Tai Chi".) Tai Chi - Symbolik, Symbole, Diagramme, I Ching Tai Chi hat traditionell eine lange Beziehung zum "I Ching". Es gibt Zusammenhänge zwischen den acht grundlegenden I-Ching-Trigrammen einschließlich der fünf Elemente der Chinesischen Alchemie (Metall, Holz, Feuer, Wasser und Erde) mit den grundlegenden 13 Stellungen. Zudem gibt es weitere Bezüge mit allen 64 I-Ching-Trigrammen und weiteren Taiji-Bewegungen einiger Formen. T'ai Chi Ch'uan - das sind ruhig-fließende Bewegungsfolgen, die in China und in vielen anderen Teilen der Welt jeden Norgen von vielen Gruppen in den Parks praktiziert werden. Durch das Üben verbessert sich der Muskeltonus, der Gleichgewichtssinn und die Atmung. Geistige und körperliche Ausgeglichenheit nehmen zu ebenso wie Belastbarkeit und Zufriedenheit. Während traditionell Tai Chi als Kampfkunst angesehen wurde, ist es heute für viele eher eine Meditationsform. Man sagt auch "Meditation in Bewegung", um Tai Chi von der Sitzmeditation und der Stehmeditation abzugrenzen. Tai Chi ist zudem eine Methode der Gesundheitsförderung, die in Theorie und Praxis auf den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert. Daher wurden in vielen Schulen fortgeschritteneren Schülern auch therapeutische Themen der TCM vermittelt. Beim Praktizieren des Tai Chi benutzt man möglichst wenig Kraft sondern konzentriert sich auf die Hebelwirkungen der Knochen und Gelenke durch größtmögliche Entspannung während der Ganzkörper-Bewegungen. Stress und Anspannung werden durch diese "Gedanken-Kraft" oder "mentale Kraft" abgebaut, der Energiefluss Qi wird entwickelt und man wird klarer, was wiederum der allgemeinen Lebensführung dienlich ist. Kampfkunst/ Kampfsport Früher waren es Anwendungen (Applikationen), also Abwehren und Angriffe. Statt äußerer Gegner befasst man sich heutzutage auf schonende, geduldige Weise mit inneren Unzulänglichkeiten, um sich körperlich, geistig und emotional weiterzuentwickeln. 1999 wurde Tai Chi vom Internationalen Olympischen Komitee als Teil des chinesischen Kampfkunst Wushu anerkannt. Push Hands Da Tai Chi seinen Ursprung in der Kampfkunst haben, kann man die Techniken in Partnerübungen auch als Anwendungen (Applikationen, Martial-Arts-Applications) trainieren. Die Tai-Chi-Anwendungen werden Push Hands, Pushing-Hands oder Tuishou genannt. Gesundheit, Vitalität und Langlebigkeit Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Tai Chi sind ein gangbarer Weg zu mehr Gesundheit, Ruhe und Wohlbefinden. Tai Chi ist eine sanfte ganzheitliche Gesundheitsübung für praktisch alle Menschen unabhängig vom Alter und Gesundheitszustand. Tai Chi ist im Ursprungsland China Volkssport Nr. 1. Durch die tiefgehende Bauchatmung kommt es zu einer vollkommenen Entspannung und das Zwerchfell wird beweglicher. Meditation Tai Chi wird auch "Taoistische Meditation in Bewegung" genannt. Ziel ist letztlich Natürlichkeit. Körper und Geist sollen zu einem ursprünglicheren Stadium und zu ursprünglicher, ganzheitlicher Gesundheit zurückgeführt werden. Stress, Unruhe und Sorgen treten dabei in den Hintergrund. Der meditative Charakter des Tai Chi wird auch als wesentlich angesehen, um eine weiche Kampfkunst erfolgreich zu praktizieren und um durch Stärkung der Selbstheilungskräfte eine größtmögliche Gesundheit und Fitness zu erlangen. Meditation Spiritualität Der vorrangige spirituelle Aspekt ist die geforderte Loslösung vom Ego. Stretching Tai Chi ist ein ganzheitliches Stretching-Programm Auf schonende, ausgewogene Weise werden die Sehnen und Muskeln gedehnt, das Bindegewebe des gesamten Körpers wird vitalisiert. Insbesondere wird die Beinmuskulatur gekräftigt; der Muskeltonus wird elastischer. Lendenwirbel und Beckenbereich profitieren. Tai Chi ist eine von den Chinesen entwickelte Bewegungskunst, aber es ist viel mehr als eine bloße Übungsform oder ein Trainingsprogramm. Taijiquan ist eine innere kulturelle Form - es ist der chinesische Weg zu körperlicher, geistiger und seelischer Gesundheit. Entstanden ist die Kunst etwa um das Jahr 500. Die natürlichen Selbstheilungskräfte, die Immunabwehr und die Widerstandskraft werden trainiert. Von unterschiedlichsten Menschen wird es ausgeübt, um die Gesundheit zu fördern, und innere Ruhe zu erlangen. Traditionelle Chinesische Medizin Die Ärzte der Traditionellen Chinesischen Medizin gehen seit Jahrtausenden in Theorie und Praxis davon aus, dass Krankheiten daraus entstehen, dass die Qi-Kraft, die innere Energie zu schwach ist oder nur unzureichend durch die Meridiane fließt. Lebenskunst "Lifeskills" Tai Chi ist mehr als ein Entspannungskunst und mehr als eine Kampfkunst. Es ist eine Lebenskunst - es trainiert "Life-Skills", Praktiken, die das Leben erleichtern können. Langsamkeit Aus der Langsamkeit der Bewegung erwächst eine innere Ausgeglichenheit, ein Seelenfrieden, der die Konzentrationsfähigkeit auf die Tai-Chi-Bewegungen fördert. Zehn Prinzipien Tai Chi ist eine anspruchsvolle Kunst. Für Dr. Langhoff vom Tai Chi Zentrum Hamburg formulierte Meister Yang Zhenduo 1994 die zehn Prinzipien des Yang-Stils. Beim Üben des Tai Chi sind diese Prinzipien ein Gradmesser für die Tai-Chi-Qualität des Schülers. Sie spielen daher auch eine wichtige Rolle bei der Taijiquan Ausbildung des Tai Chi Zentrums. Tai Chi ist für jeden geeignet, benötigt keine Ausrüstungsgegenstände und nicht allzuviel Platz. Darüber hinaus kann Tai Chi sowohl drinnen als auch draußen praktiziert werden . Es bestehen enge Beziehungen zwischen dieser chinesischen Kunst und fernöstlicher Philosophie, insbesondere dem Taoismus. Diese alte chinesische Bewegungskunst vereinigt drei Hauptaspekte in sich. Tai Chi als "Meditation in Bewegung stärkt die Körper-Geist-Einheit, die Konzentration und die Widerstandskraft. Als "Schattenboxen" basiert auf der weichen Kampfkunst einschließlich der "inneren Kampfkunst", der es um Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung zu einem besseren Menschen geht. Tai Chi als "Entspannung in Zeitlupe" ist eine schonende Gesundheitsübung, deren positive Auswirkungen wissenschaftlich immer besser dokumentiert werden Akupunktur Bei der Akupunkturbehandlung (Akupunkturtherapie) unterscheidet man zwischen Akupunkturpunkten und Meridianen. Es gibt zwölf Hauptmeridiane, die jeweils spiegelverkehrt auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, acht Extrameridiane und eine Reihe von so genannten Extrapunkten. Durch das Einstechen der Nadeln wird der Fluss des Qi (Chi) beeinflusst. Die traditionsgemäß verwendete Maßeinheit für das Aufsuchen von Einstichpunkten ist das Cun, das sich von der Breite des Daumens der akupunktierten Person ableitet. Die Akupunktur (Akkupunktur) gehört zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien. Noch älter als die Akupunktur ist die Akupressur (Akkupressur). Hier werden die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen massiert. Das Konzept der Ohrakupunktur (auch Auriculotherapie genannt) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier entwickelt. 1954 berichtete er erstmals in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur über seine Erfahrungen und stellte 1961 seine Diagnose- und Therapieform auf einem Akupunkturkongress in Deutschland vor. Die Behandlung über das Ohr ist zwar auch aus der chinesischen Akupunktur bekannt, es werden dort jedoch nur wenige Punkte, und diese auch nur selten, verwendet. Daneben besteht noch das Konzept der koreanischen Handakupunktur, bei der die Meridiane fast komplett auf den Händen abgebildet sind, sowie das der Schädelakupunktur mit Abbildung der Meridiane auf dem Schädel. Ähnliche Vorstellungen stecken auch hinter der Fußakupunktur. Die überregionale WHO-Expertenkommission stellte folgende Liste von Krankheiten auf, welche für eine Akupunkturbehandlung indiziert sind. (WHO-Guidelines on Basic Training) Obere Luftwege: akute Sinusitis, akute Rhinitis, grippaler Infekt, akute Tonsillitis
Untere Luftwege: akute Bronchitis, Asthma bronchiale (besonders effektiv bei Kindern und Patienten ohne anderen komplizierten Krankheiten)
Augenkrankheiten: akute Konjunktivitis, Retinitis, Myopie (bei Kindern), Katarakt (ohne Komplikationen)
Erkrankungen des Mundes: Zahnschmerzen, Schmerzen nach Zahnextraktion, Gingivitis, akute und chronische Pharingitis
Gastro-intestinale Erkrankungen: Krämpfe des Oesophagus und des Mageneinganges, Singultus, Gastroptosis, akute und chronische Gastritis, Hyperacidität des Magens, akutes Ulcus duodenale (Schmerzbehandlung), akutes Ulcus duodenale (ohne Komplikationen), akute und chronische Kolitis, akute bakterielle Dysenterie, Obstipation, Diarrhoe, Darmparalyse
Neurologische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungs- und Stützsystemes: Kopfschmerzen, Migräne, Trigeminusneuralgie, Facialisparese (Frühstadium, am effektivsten innerhalb 3 bis 6 Monaten), Paresen nach Apoplexia cerebri, periphere Neuropathien, Paresen nach Poliomyelitis (Frühstadium, am effektivsten innerhalb 6 Monaten), Meniere Syndrom, neurogene Blasendysfunktion, Enuresis, Intercostalneuralgie, Cervicobrachialsyndrom, Frozen shoulder, Tennis-Ellbogen, Ischialgie, Lumboischialgie, Osteoarthritis



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